Healthcare Report: Wachsende Akzeptanz für digitale Gesundheitsangebote

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Mittlerweile keine News mehr: das Coronavirus hat das Leben und Verhalten der deutschen Bürger massiv beeinflusst. Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran. Das Konsumverhalten wandelt sich und die Umgewöhnung der Informationsbeschaffung und Versorgung über digitale Kanäle manifestiert sich zunehmend. Deutsche Konsumenten stehen digitalen Angeboten offen gegenüber und erkennen die Vorteile, die damit einhergehen. Das ergab eine repräsentative Erhebung mit insgesamt 1.000 Teilnehmern, die DatamedIQ in Kooperation mit den Marktforschungsexperten von Appinio durchgeführt hat.

So geht´s Deutschland

Corona ist weiterhin alles bestimmend. Da liegt die Vermutung nahe, dass die Deutschen zumindest mental eher betrübt sein könnten. Erstaunlicherweise gibt die Mehrheit der Befragten allerdings an, sich sowohl körperlich als auch psychisch “eher gut” bis “gut” zu fühlen. Kein Wunder, denn den meisten Deutschen scheint die eigene Fitness am Herzen zu liegen: Ein Drittel aller Befragten gibt an, ein- bis zweimal die Woche Sport zu treiben. 20 Prozent sind sogar öfter sportlich aktiv. Aufgeschlüsselt nach Altersklassen fällt allerdings auf, dass 36 Prozent der 55 – 65-Jährigen nach eigenen Angaben gar keinen Sport machen.
Auch das Thema gesunde Ernährung liegt den meisten Bürgern sehr am Herzen. Für insgesamt 86 Prozent ist eine gesunde Ernährung “eher wichtig” bis “sehr wichtig”. Knapp ein Fünftel der Deutschen (19,4 Prozent) unterstützen den gesunden Lifestyle mit einer regelmäßigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. In der Altersklasse der 45-54-Jährigen nimmt jeder Vierte regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Mehr als die Hälfte der 16-24-Jährigen nehmen nie Vitamine ein.

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Das verursacht Schmerzen – was tun?

Trotz dem grundsätzlich guten Wohlbefinden der Mehrheit aller Befragten, kämpft die Hälfte mit akuten oder sogar chronischen Beschwerden. Der größte Schmerzverursacher in der deutschen Bevölkerung ist der Rücken (47,3 Prozent), gefolgt von Gelenk- und Kopfschmerzen auf Platz zwei und drei. Der Healthcare Report bringt auch zutage, dass Beschwerden im Rücken und den Gelenken ab 35 Jahren stetig zunehmen, während Kopfschmerzen mit dem Alter abnehmen.

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Knapp zwei Drittel der Befragten versuchen Schmerzen und Beschwerden regelmäßig mit rezeptpflichtigen Medikamenten in den Griff zu bekommen. 64 Prozent der 55-65-Jährigen antworteten mit „täglich“ auf die Frage, wie häufig rezeptpflichtige oder rezeptfreie Medikamente eingenommen werden. Interessant in diesem Zusammenhang ist dennoch die Grundhaltung zur Medikamenten-Einnahme. Über 37 Prozent vermeiden es generell, Medikamente einzunehmen und wenn, dann “nur wenn es unbedingt nötig ist”. Ohne ärztliche Konsultation würden mehr als 40 Prozent keine Arzneimittel zu sich nehmen.

Treten Schmerzen oder Beschwerden auf, bleibt die Mehrheit der Deutschen aber erstmal gelassen. Auf die Frage, wie sich die Menschen verhalten, gönnen sich 41 Prozent erstmal etwas Ruhe und warten ab. Das korrespondiert auch mit dem Ergebnis (42,2 Prozent), dass sich die meisten Deutschen selten Sorgen darüber machen, möglicherweise eine ernsthafte Krankheit zu haben. Ein Fünftel gibt an, sich in der Regel selbst zu behandeln. Fast 10 Prozent gehen online, um Ihre Symptome zu googeln und sich dann auf Basis der Rechercheergebnisse selber zu behandeln.

Analog oder digital: die Kanäle auf dem Prüfstand

Aber wie kommen die Deutschen an ihre Informationen über passende Medikamente und dann im nächsten Schritt auch an ihre Arzneimittel? Vorweg darf man an dieser Stelle nehmen, dass digitale Informationskanäle aktuell noch im Hintertreffen sind. Zu Informationen über Medikamente vertraut mehr als die Hälfte der tausend Befragten auf ihren Arzt. Dennoch kommen Suchmaschinen, insbesondere Google, bei rund 15 Prozent der Bürger zum Einsatz. Spannend für diesen Informationskanal: bei der Betrachtung der Altersstruktur zeigt sich, dass Suchmaschinen häufiger von Personen ab 35 Jahren als Informationsquelle genutzt werden. Der Gang zur analogen Beratung in einer Offizin ist über alle Altersklassen hinweg ausgewogen beliebt (17,1 Prozent).

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Dennoch scheinen die Deutschen dem Online-Kanal gegenüber aufgeschlossen zu sein. 55,7 Prozent beantworteten die Frage, ob sie sich generell eine Online-Beratung vorstellen könnten, mit „ja“, auch wenn erst ein Zehntel diesen Service tatsächlich in Anspruch genommen haben.

Eine Frage des Vertrauens

Wenn es um die Vertrauenswürdigkeit von Informationsquellen im Hinblick auf Medikamentenempfehlungen geht, empfinden zwei Drittel (64,2 Prozent) der Umfrageteilnehmer Online-Apotheken als „eher vertrauenswürdig“ bis „sehr vertrauenswürdig“. Ein passabler Schnitt mit Luft nach oben, denn noch immer genießen Ärzte mit satten 92,3 Prozent und Offizin mit 88,3 Prozent auch in dieser Frage das größere Vertrauen in die Kompetenz. Auch der Rat aus dem Freundes- und Bekanntenkreis hinsichtlich der Empfehlung von Medikamenten ist nicht zu unterschätzen. So finden knapp 60 Prozent diesen „Kanal“ als „eher vertrauenswürdig“ bis „sehr vertrauenswürdig”.

Der Preis ist heiß

Doch wo kaufen die Deutschen ihre Medikamente in letzter Konsequenz? Hier zeigt die Umfrage, dass sich mehr als die Hälfte der Suchenden in der Offizin informieren und dort auch ihren Kauf tätigen. Damit rangieren die stationären Apotheken klar auf Platz eins, werden aber direkt gefolgt von den Online-Apotheken, die immerhin von einem Viertel der Befragten als Kanal zum Kauf von rezeptfreien Medikamenten angegeben wird.

Auf die Frage nach den Gründen, warum ein Kauf in einer Online-Apotheke bevorzugt wird, stellt sich dar, dass der oft günstigere Preis das ausschlaggebende Argument liefert. Auch die bessere Vergleichbarkeit der Angebote ist für 46 Prozent der Befragten relevant, ebenso wie die größere Angebotspalette (34,2 Prozent). Fast ein Drittel legen Wert auf die vielbesagte Convenience und finden die Tatsache „nicht vor die Tür zu müssen“ wichtig. Zu guter Letzt hat die Coronakrise die Meinung von knapp 18 Prozent der Bürger beeinflusst. Die Angst sich dem Virus auszusetzen, bewegt diese Menschen zum Kauf in einer Online-Apotheke.

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Trotz aller Skepsis spricht einiges für Telemedizin

Ähnliches Bild zeigt sich auch hinsichtlich telemedizinischer Angebote, wie beispielsweise Online-Terminvereinbarungen oder -Sprechstunden, Krankenkassen- oder Gesundheits-Apps. Über 40 Prozent der Deutschen nehmen keine solcher Services in Anspruch. Auf die Frage, weshalb die Menschen einem telemedizinischen Angebot skeptisch gegenüberstehen, antworteten zwei Drittel der Befragten, dass sie den „persönlichen Kontakt“ bevorzugten. Fast die Hälfte der Befragten halten die „Diagnose vor Ort“ als „genauer“. Für eine telemedizinische Behandlung sprechen Argumente, wie „ich muss das Haus nicht verlassen“ (67,7 Prozent) oder die „die Wartezeiten sind kürzer“ (62,7 Prozent). Die Akzeptanz für Telemedizin ist vergleichsweise noch gering. Und dennoch können sich mehr als 50 Prozent der Umfrageteilnehmer vorstellen, eine telemedizinische Behandlung in Anspruch zu nehmen.

Fazit: riesiges Potenzial im digitalen Channel

Das Potenzial des digitalen Absatzkanals für Arzneimittel und Services ist beachtlich und sollte Stand heute nicht mehr als Nische abgehandelt werden. Fest steht, dass das Vertrauen der Deutschen in klassische Angebote derzeit noch überwiegt, aber viele Argumente für die Nutzung digitaler Services sprechen. Online-Anbieter und -Vertreiber sind angehalten, sich den veränderten Realitäten zu stellen und auf die Vorstellungen und neuen Bedürfnisse der Endkunden einzugehen. Sollten die Tage der Corona-Pandemie gezählt sein, wird sich zeigen, wie sich das neue Informationsbeschaffungs- und Kaufverhalten im Alltag der Deutschen etablieren wird.

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